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Don Quixote
Musikring D

13.11.2009: Musiktheaterring, Veranstaltungsbeginn 19.30 Uhr. Änderungen im Programm vorbehalten. Einzelkartenpreise von 22,80 bis 26,80 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr, an der Abendkasse von 26,80 bis 31,80 Euro

Ballett in zwei Akten von Boris Eifman

St. Petersburger Ballett-Theater Boris Eifman

Das Ballettensemble des Weltstars tourt wieder von New York über Witten zurück nach St. Petersburg... Aufwändiges und anspruchsvolles Tanztheater der Spitzenklasse... Tolle Kostüme...

Boris Eifman: "Immer schöpferisch zu sein, ist wohl das größte Problem eines jeden Künstlers... Jedes Mal, wenn ich in den Ballettsaal komme, sehe ich voller Angst die Tänzer, die von mir eine Offenbarung oder eine neue Choreografie erwarten. Ich versuche nicht daran zu denken, dass vielleicht der Tag kommt, an dem ich probe und nichts gelingt. An dem ich die absolute Hilflosigkeit eines Schöpfers spüre und weiß, dass mich die Inspiration verlassen hat. - Für mich ist es höchstes Glück, ... dass ich diese Gottesgabe in mir fühle, und dass ich das Leben der Verwirklichung dieser Gabe gewidmet habe. (2008)"

Don Quixote

In den Illusionen realisieren wir unsere Wünsche, und der Zusammenstoß dieses geheimen Szenarios mit der Realität kann einen tragischen Effekt ergeben. Für mich verkörpert die Person des Don Quixote die Ritterlichkeit, als edle Tat und opferwilligen Dienst seinem Ideal verstanden, als anhaltendes Preisen der Frau und Huldigung für sie.

Diese experimentäre Vorstellung ist ein Versuch, einen anderen kreativen Weg in der Behandlung des Balletts innerhalb des klassischen Repertoires zu gehen. Dies ist keine Rekonstruktion, keine einfache Bereicherung der Lexik, auch nicht ein Korrigieren der Dramaturgie im Rahmen einer traditionellen Vorstellung.

"Don Quixote oder die Fantasie eines Wahnsinnigen" ist die Idee, ein völlig neues Ballett zu zeugen, in dem mit Mitteln des klassischen Tanzes komponierte Szenen neben – in Hinsicht auf Konzeption und Plastik - modernen Episoden stehen. Es entsteht auf diese Weise ein besonderer dramaturgischer Effekt, eine neue Qualität von Ästhetik und Philosophie des Tanztheaters.

Die Irrenanstalt ist die Realität, in der die Helden in der Aufführung leben. Der Kranke, der sich einbildet, er sei Don Quixote, strebt danach, die Menschen mit Gutem und mit Liebe zu beschenken. Ist dies ein Zeichen von Geisteskrankheit? Und doch wird so oft ein Individuum als wahnsinnig erachtet, das nach seinen eigenen Grundsätzen lebt und dabei den moralischen Prinzipien treu bleibt. Muss man also ein Irrer sein, um das Gute zu schaffen?

Ein sinnliches Fest für Auge und Ohr mit rauschenden bunten Kostümen und mitreißenden Tänzen zaubert Boris Eifman mit seinem St. Petersburger Balletttheater auf die Bühne. Behutsam aktualisiert der Choreograph das klassische Ballett mit Musik von Ludwig Minkus, indem er für die turbulenten Handlungen um seine beiden traurig-komischen Hauptfiguren eine Rahmenhandlung in einer Heilanstalt für psychisch Kranke erfindet: Im trostlosen Klinikalltag träumt sich die Hauptfigur in die Erlebnisse des berühmten Romans von Cervantes und damit in eine bessere Welt hinein, in der er Gutes tun und sich ritterlich verhalten kann. Nach zahlreichen Wirren erzwingt er hier schließlich das Happy End für das Brautpaar Kitri und Basilio und beschützt die Braut vor ihrem geldgierigen Vater und dem ungeliebten Verlobten Gamache.

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