21.1.2010: Veranstaltungsbeginn 20.00 Uhr, Änderungen im Programm vorbehalten. Einzelkartenpreise von 23,30 bis 31,30 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr Abendkasse: von 27,30 bis 36,30 Euro
Leitung: Otto Tausk
Solist: Hans Christoph Begermann, Bariton
Hans Pfitzner: Herr Oluf op. 12 / Die Heinzelmännchen, op. 14 / Drei Lieder: An den Mond op. 18 / Zorn op. 15,2 / Lethe op. 37
Richard Strauss: Das Kätchen von Heilbronn- Ouvertüre op. 17 / Tod und Verklärung op. 24 / Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Die Nordwestdeutsche Philharmonie ist eines von drei nordrhein-westfälischen Landes-Sinfonieorchestern. Es hat seinen Sitz in Herford. Der Haupttätigkeitsbereich des 78-köpfigen Orchesters ist der ostwestfälische Raum, es tritt aber auch über Deutschland und Europa hinaus mit jährlich insgesamt etwa 120 Konzerten in Erscheinung. Bis heute existieren über 200 Platten- und CDEinspielungen mit dem Ensemble. Neben der Konzerttätigkeit ist das Orchester mit einem schul- und konzertpädagogischen Programm in der Jugendarbeit tätig.

Gegründet wurde die Nordwestdeutsche Philharmonie 1946 in Bad Pyrmont von ehemaligen Musikern des Linzer Bruckner-Orchesters St. Florian. Im Jahre 1950 erfolgte der Zusammenschluss mit dem zeitgleich entstandenen Herforder Sinfonischen Orchester. Das neue Ensemble hieß zunächst Städtebund-Symphoniker, bevor der heutige Name angenommen wurde.
Die Nordwestdeutsche Philharmonie erwirtschaftet durch die Konzerte und Rundfunkproduktionen 23,5 % ihrer Einnahmen selbst. Bei den Kulturorchestern in Deutschland liegt der Durchschnitt bei 13,4 %. Im Sommer 2006 verabschiedete sich Toshiyuki Kamioka auf eigenen Wunsch nach acht erfolgreichen Spielzeiten als GMD vom Orchester. Derzeitiger Chefdirigent (bis zum Ende der Saison 2008/2009) ist Andris Nelsons.

Sei es eine Partitur von Schostakowitsch, eine zeitgenössische Partitur wie die seines Landsmannes Michel van der Aa, der musikalische Instinkt, das Talent und die Energie, mit denen Otto Tausk ein Ensemble leitet, machen seine Auftritte zu einem Erlebnis. Seine Herangehensweise an den Notentext und seine Gabe, ihn dem Publikum zugänglich zu machen, sprühen vor Enthusiasmus und Energie, ziehen den Zuhörer in seinen Bann.
Als Chefdirigent der Holland Symfonia und mit dem erklärten Ziel vor Augen, das künstlerische Profil des Orchesters auf ein hohes Niveau zu heben, führt Otto Tausk seine Musiker durch die Spielzeiten, die jährlich sowohl mehrere Sinfoniekonzerte aber auch eine Ballettproduktion mit dem Nederlands Ballet Theater umfassen.
In seiner Heimat Holland ist Otto Tausk längst ein bekannter Name und ist regelmäßig bei den großen Orchestern des Landes zu Gast. In der Saison 2008/09 hat er neben seiner Tätigkeit beim Holland Symfonia auch als Gast das Netherlands Radio, das Residentie Orchestra und die Radio Kamer Filharmonie dirigiert – letztere mit einem Programm, das Magnus Lindbergs Klavierkonzert mit dem Komponisten am Klavier präsentieren wird. Außerdem wird er die Bremer Philharmoniker, das Auckland Philharmonic und das Adelaide Symphony Orchestra leiten und in einem Konzert mit dem Ensemble für Neue Musik "musikFabrik" im Radialsystem Berlin Pierre Boulez’ "Dérive II" aufführen.
Eine besondere Vorliebe hegt Otto Tauks für den Gesang. Zur Eröffnung des Holland Festivals im Jahre 2006 leitete er das Asko Ensemble in der Uraufführung von Michel van der Aas Oper "Afterlife" für die er von Publikum und internationaler Presse gefeiert wurde. Eine Wiederaufnahme dieser Produktion ist für 2009 vorgesehen. Mit dem Ensemble der Nagoya Oper führte er im Januar 2008 in Russland Verdis Requiem auf, mit diesem Werk wird er diese Saison mit der Holland Symfonia auf Tournee gehen.
Tausk arbeitet regelmäßig mit Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Maarten Altena Ensemble (dessen Chefdirigent er war), dem Nieuw Ensemble und dem oben erwähnten Asko Ensemble. Als Assistenzdirigent beim Rotterdam Philharmonic Orchestra von 2004 bis 2006 genoss Otto Tausk den einzigartigen Vorzug einer engen Zusammenarbeit mit Valery Gergiev. Über seine Aufgabe als Mentor hinaus zeigte Gergiev seine Wertschätzung gegenüber Tausks Talent in Form einer Einladung ans Mariinski Theater St. Petersburg und wiederholter Einladungen zum Orchester in Rotterdam. Nach einer Aufführung von Tschaikowskys 5. Symphonie im vergangenen Jahr schrieb das NRC Handelsblad: "Im ausverkauften Saal des Doelen präsentierte sich Otto Tausk als ein Dirigent, der weiß, was Leidenschaft und Poesie bedeuten."
In Utrecht geboren, begann Otto Tausks musikalische Karriere als Geiger. Er studierte bei Viktor Liberman und Istvan Parkanyi und wurde in diesem Fach mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Weitere Studien führten in ans Vilnius Konservatorium, wo er von dem litauischen Dirigenten Prof. Jonas Aleksa unterrichtet wurde, eine Zeit, die ihn stark prägte. Mittlerweile unterrichtet Otto Tausk selbst als Professor für Dirigieren am Utrecht Konservatorium.

Der 1962 in Hamburg geborene Bariton Hans Christoph Begemann erhielt seine Ausbildung bei Claus Ocker, Ernst Haefliger und Aldo Baldin. Nach Stationen in Gießen und Wuppertal debutierte er 1997 mit dem Wolfram von Eschenbach und der Winterreise am Staatstheater Darmstadt, dem er bis 2005 angehörte. Er ist prädestiniert für die Mozartpartien Papageno, Leporello und Figaro, den er auch bei den Herrenchiemsee Festspielen sang.
An vielen deutschen Bühnen gastiert er als Danilo der Lustigen Witwe, aber auch mit teuflischeren Charakteren wie der Nick Shadow in The Rakes Progress und die vier "Bösewichter" in Hoffmanns Erzählungen, u.a. am Opernhaus Leipzig, ist er erfolgreich.
Seit 2004 veranstalten der Karlsruher Gesanglehrer Stephan Kohlenberg und Hans Christoph Begemann Kurse für Fortgeschrittene und stimmlich Begabte an der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz Engers/Neuwied. Seit dem Sommersemester 2006 unterrichtet Begemann an der Hochschule für Musik in Mainz.