24.09.2010: Veranstaltungsbeginn 20.00 Uhr, Änderungen im Programm vorbehalten. Einzelkartenpreise von 24,50 bis 32,50 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr Abendkasse: von 29,00 bis 37,50 Euro
Leitung: Karl Nagel
Solistin: Lise de la Salle, Klavier

Franz Liszt: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur

Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 op. 37

Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 96 D-Dur "Le Miracle"
Die Camerata Baden-Baden hat eine bereits bei der Gründung sehr interessante Geschichte: Der Musikstudent im Fach Dirigieren Norbert Nohe begann sein Studium im Frühjahr 1957 an der damals städtischen Musikhochschule Karlsruhe. Sein Dirigierlehrer, der den Unterricht an 2 Klavieren mit Schülern, die alle möglichen Stücke vierhändig oder an 2 Klavieren für die Dirigierschüler spielen mussten, hatte die Idee, man solle ein Jugendorchester gründen, um damit besser arbeiten zu können.

Schnell waren Mitstreiter mit dem Geiger Dieter Baal, dem Geiger Uwe Blaurock, dem Oboisten Karl Nagel und dem Cellisten Karl Holfelder gefunden, die das Jugendorchester irgendwann im März 1957 zu gründen beschlossen. Ab dem Jahr 1958 machte Karl Nagel intensiver im Orchester mit und war jetzt auch Student für Oboe und Dirigieren in Karlsruhe. Man hatte einen recht guten ersten Oboer mit ihm. Karl Nagel machte von 1960 bis 1970 Dirigentenkurse in Salzburg am Mozarteum und hatte damals viele prominente Dirigenten als Lehrer. Ganz wichtig waren die immer in der letzten Woche stattfindenden Gastdirigierkurse von Herbert von Karajan.
Was dieser ganz hochverehrte große Mann da von sich gab und wie er mit den Schülern arbeitete, war oft mehr wert als der ganze Kurs. Karl Nagel hatte das große Glück, bei Herbert von Karajan 1970 etwa 40 Minuten dirigieren zu dürfen.
Etwa seit 1986 spielte das Orchester jedes Jahr für die Mozartgesellschaft Schwetzingen das Neujahrskonzert. Im Jahr 2001 musizierte das Orchester zusammen mit Hilary Hahn das Violinkonzert von Brahms. Sie war sehr begeistert und widmete der Zusammenarbeit vier Seiten in ihrer Homepage. Sie wollte fünf Proben, um sich für eine CD-Aufnahme vorzubereiten. Man hätte nach einer Probe auf die Bühne gehen können. Mit Nicolay Znaider spielte man im Sommer 2003 das Violinkonzert von Tschaikowsky nach vier sehr intensiven Proben. Seit vielen Jahren spielen beim Orchester immer wieder junge Profisolisten. Die Pianistin Ewa Kupiec, spielte so zwei Werke erstmals mit dem Orchester, ebenso die Geigerinnen Mirijam Contzen und Arabella Steinbacher.

Karl Nagel – Jahrgang 1937, ist seit 1963 verantwortlicher Leiter der Camerata Baden-Baden. Seinem Studium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe bei GMD Alexander Krannhals und danach bei GMD Arthur Grüber folgte eine zweijährige Tätigkeit am Stadttheater Mainz.
Seit 1970 war er Manager beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn.
Meisterkurse in Salzburg absolvierte er bei Hermann Scherchen, Carl Melles, Leopold Hager, Lovro von Matacic und Herbert von Karajan am Mozarteum.
Er ist ein Garant für den Erfolg des Orchesters. Mit dem ihm eigenen Engagement gelingt es ihm immer wieder, junge Musiker für klassische Musik zu begeistern.
Als die Opéra d’Avignon 2001 verzweifelt nach einem Einspringer suchte, fragte sie bei einer 13-jährigen Pianistin an, die durch einige gewonnene Wettbewerbe auf sich aufmerksam gemacht hatte. Lise de la Salle kannte Beethovens zweites Klavierkonzert, hatte es aber noch nicht studiert. Sie bat sich einen Tag Bedenkzeit aus, beriet sich mit ihrer Mutter und ihrem Lehrer und besorgte sich die Noten. Am Abend konnte sie bereits den ersten Satz, und so sagte sie am nächsten Tag zu. Das Konzert mit dem Orchester der Opéra d’Avignon unter Andreas Stoehr war mehr als ein Erfolg – es war ein Beleg für jenes Phänomen, das sich mit "Frühbegabung" nur unzureichend beschreiben lässt.

Lise de la Salle, 1988 in Cherbourg geboren, stammt aus einer Künstlerfamilie. Der Großvater ist Galerist, die Mutter Sängerin im Chor des Orchestre de Paris. Von Anfang an gehörten Opern-Aufführungen und Konzerte zu Lises Alltag.
Mit vier begann sie mit dem Klavierspiel, mit neun gab sie ihr erstes Konzert in einer Live-Übertragung bei Radio France.
1999, mit gerade erst 11 Jahren, begann sie am Conservatoire Supérieur de Musique de Paris zu studieren. 2001 beendete sie dort ihr Studium mit der höchsten Auszeichnung. 2003 wechselte sie in die Meisterklasse von Bruno Rigutto am Conservatoire National Supérior de Musique de Paris. Im selben Jahr gab die junge Pianistin ihr Debüt in Berlin.